
Anregungen für die katholische Jugendarbeit
Datum 17.12.2009 07:53 | Thema: Aktuelle Nachrichen aus der Jugendarbeit
| Paderborn (pdp). Wie ist die Befindlichkeit von Jugendlichen heute und welche Angebote brauchen sie, vor allem von den Kirchen? Dieser Frage gingen vier Studierende im Fachbereich Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule (KatHO) NRW in Paderborn in ihren Diplomarbeiten nach. Am Dienstag präsentierten sie ihre Ergebnisse im Paderborner Liborianum vor Hauptamtlichen aus den verschiedenen Bereichen katholischer Jugendarbeit.
Die wissenschaftlichen Arbeiten sind Kern eines Forschungsprojektes, das die Abteilung Jugendpastoral/Jugendarbeit im Erzbischöflichen Generalvikariat zusammen mit Dr. Joachim Faulde, Professor im Fachbereich Sozialwesen an der KathHO, durchgeführt hat. Ziel der Studie war es, eine Hilfe für die Überprüfung und Weiterentwicklung der Angebote katholischer Jugendarbeit zu erhalten, so Projektbegleiterin Gertrudis Lappe, Leiterin des Referats „Gewinnung und Qualifizierung Hauptberuflicher“ in der Abteilung Jugendpastoral. Die Studierenden stützten sich in ihren Diplomarbeiten nicht nur auf die Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, vielmehr vor allem auf Umfragen unter Schülerinnen und Schülern zwischen 15 und 18 Jahren. Dabei beschäftigten sich Dominik Kräling (Umfrage unter Hauptschülern), Torben Sprenger (Umfrage unter Gymnasiasten) und Christian Thiel (Umfrage unter Realschülern) mit dem Thema „Soziales Engagement als Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter“, Silvia Kemmerling (Umfrage unter Realschülern) mit dem Thema „Liebe, #OOPS#ualität und Partnerschaft als Entwicklungsaufgaben im Jugendalter“. Die Umfragen machten das Bedürfnis vieler Jugendlicher nach einer erwachsenen, vertrauensvollen Bezugsperson sichtbar. Da diese Rolle für Eltern und Lehrer eher schwer auszufüllen sei, könne kirchliche Jugendarbeit als Lebensbegleitung junger Menschen hier eine wichtige Rolle spielen. Deutlich wurde auch, dass Jugendliche sich besonders für praktische Formen des sozialen Engagements interessieren. Entsprechend müsse Jugendarbeit, so die Schlussfolgerung, Formen des Engagements entwickeln, die auf praktisches Tun hin ausgerichtet seien, auf das gesellschaftliche Leben vorbereiteten und so einen Kontrast zu schulischem Lernen bilden könnten. Als vielversprechend wurde eine stärkere Kooperation mit Schulen angesehen: katholische Jugendarbeit müsse die Schule, in der junge Menschen einen Großteil ihrer Zeit verbringen, stärker als pastoralen Raum wahrnehmen. Nötig seien auch Räume, in denen Mädchen und Jungen eine persönliche Haltung zu Freundschaft, Liebe, Partnerschaft und #OOPS#ualität entwickeln könnten. Schließlich müssten entwicklungspsychologische Erkenntnisse einen zentralen Ausgangspunkt für die Konzeptentwicklung in der katholischen Jugendarbeit bilden. (pdp-n-16.12.2009)
BU: (v.r.) Christian Thiel, Silvia Kemmerling, Torben Sprenger und Dominik Kräling gaben mit ihren Diplomarbeiten Anregungen für die katholische Jugendarbeit. Die Studien sind Kern eines Projektes, das die Abteilung Jugendpastoral/Jugendarbeit im Erzbischöflichen Generalvikariat (im Bild Projektbegleiterin Gertrudis Lappe) zusammen mit Dr. Joachim Faulde, Professor für Erziehungswissenschaft an der KathHO durchgeführt hat.
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